Besichtigung der Süd-Medina, Schloss Bahia und vom Judenviertel Mellah

Guten Tag und herzlich willkommen zu unserer Stadtbesichtigung von Marrakech.
Wir begeben uns heute auf eine Stadtbesichtigung der Süd-Medina mit dem Schloss Bahia und dem Judenviertel Mellah.
Ausgangspunkt ist der Platz Jamaa Elfna. Wir beginnen beim Café de France, das sich hinten rechts am Platz befindet, wenn die Koutoubia-Mosche hinter uns liegt.
Wir nehmen die Gasse zwischen diesem Cafe und dem Restaurant „Le Marrakchi“. Wir gehen die Gasse entlang Richtung Riad Zitoune Jdid (Gasse der neuen Oliven).
Auf der rechten Seite befindet sich das Kino „Eden“. Wir können es kurz besichtigen, wenn Sie nicht schon den Audio-Führer für den Stadtteil „Kasbah“ gehört haben. Falls dies der Fall sein sollte, treffen wir uns direkt beim „Bahia-Parkplatz“
Das Kino Eden wurde im Jahr 1926 gebaut und leider 2009 endgültig geschlossen. Es zeigt die Stimmung in alten Kinos mit Sammlungen von Filmplakaten und ursprünglichem Kinomaterial.
Nach der Besichtigung gehen wir rechts durch den Rundbogen die Gasse geradeaus in Richtung „Bahia Parkplatz“.
Einige Schritte nach dem Rundbogen kann man einen Handwerker bei der Holzbearbeitung sehen und bewundern, wie er mit seinen Füßen Spieß- Halter herstellt.
Vor dem Parkplatz befindet sich auf der linken Seite ein Verwaltungsgebäude. Es handelt sich um die Präfektur der Medina, daher wird der Parkplatz auch „parking de la prefecture“ genannt.
Wir gehen beim Parkplatz links durch den Rundbogen und kommen einige Meter weiter beim Museum „Tiskiwine“ an.

Es ist täglich von 9- 12 Uhr 30 und von 15- 18 Uhr geöffnet.
Der Eintrittstarif beträgt 20 DHs für Erwachsene und 10 DHs für Kinder.

Das Museum wurde vom Holländer Bert Flint gegründet, einem passionierten Marokko-Liebhaber.
Mit seinen Exponaten führt er uns durch verschiedene Regionen Marokko‘s und im Laufe dieser Ausstellung sogar durch Tombouctou und Schwarzafrika.

Im Eingangsbereich, dem sogenannten Stwane, findet man verschiedene traditionelle, antike Haustüren.

Im Obergeschoss des ersten Raumes sehen Sie links ein Schaufenster mit den Behältern für kosmetisches Kajal. Sie unterscheiden sich je nach Herkunftsregion.
Die Form der Behälter zeigt, dass sie nicht nur zur Körperpflege benutzt werden, sondern auch eine magisch-religiöse Bedeutung haben.

Es sind auch Hammer für das Zuckerbrechen zu sehen, die sogenannten Karaks. Sie werden besonders während des Koran-Lesens benutzt. Ihre Kostbarkeit symbolisiert den Reichtum des Besitzers. Die Zuckerbrecher werden üblicherweise von Hirten geschnitzt.

Auf der rechten Seite des Raumes befinden sich dekorative Accessoires der berühmten Fantasia Reiterspiele. Es sind traditionelle Rennwettkämpfe, die an den Moussem- Festen stattfinden.

Es sind Volksversammlungen religiösen Ursprungs. Männer schießen reitend in die Luft und probieren dabei einen gemeinsamen Knall zu erzeugen.

In diesem Raum ist auch eine Sammlung von Lobtexten an den Propheten ausgestellt. Sie wurden vom großen Mystiker Sidi Ben Slimane, einen der sieben Heiligen der Stadt, verfasst.

Wir begeben uns nun in den zweiten Raum. Hier wird der Reiseweg, von Marrakech bis nach Taouat nachgebildet – Taouat ist eine Berberoase in der Region Tafilalet.

In diesem Raum kann man auch ein Festzelt mit vielen Teppichen, Tapeten und Kissen sehen. Sie wurden mit aufwendigen Sticktechniken bearbeitet.

Familien die noch als Nomaden leben, benutzen dicke Teppiche als Matratzen.
Die glatte Seite hat eine dekorative Funktion – während die Rückseite als Isolation gegen die Kälte dient und den Komfort eines Bettes hergibt.

Im anderen Teil des Raumes sind Landwirtschaftswerkzeuge und Holzschmuck aus der Region Tafilalet ausgestellt.

Im Schaufenster links sehen sie Muster von Frauenschleier aus dem mittleren Atlas. Die darin enthaltenen Motive unterscheiden sich je nach Stammesherkunft.

Es sind auch Kostüme aus Seide und gestickten Silberfäden zu sehen, die besonders von städtischen Juden getragen wurden. Sie waren eine bedeutende Gemeinschaften aus der Region Tafilalet und dem Dades und Draa-Tal in den 60er und 70er Jahren.

Im Schaufenster ganz rechts sind Gefäße aus Holz und einige Körperschmucksachen aus Tauoat und aus Gourouna zu sehen. Die Form und die Dekoration zeigen den Einfluss der Sahara.

Im dritten Saal sind das Touareg-Land und die Hoggar-Passagen Schwerpunktthema.

In der Vitrine links sieht man eine grosse Tasche, die jungen Hochzeitsbräute im Hoggar für ihre Hochzeitsgeschenke tragen.

Nach der Hochzeit werden diese Taschen und andere sorgfältig ausgeschmückten
Lederobjekte im Touareg-Zelt als Dekorationsobjekt aufgehängt.

Der Touareg-Schmuck ist entweder aus Silber oder aus Kupfer. Der Schmuck wird gehämmert und gemeißelt. Nur das Agadez Kreuz ist gegossen.

Wir können in diesem Raum schönen Brustschmuck aus Silber sehen. Besonders auffällig ist der dreieckige Schmuck mit geometrischen Motiven, der den Männern vorenthalten ist.

Im vierten Raum sehen wir Objekte, die den Frosch thematisieren. Er symbolisiert für die Touareg den nassen Boden. Sein Gesang feiert die künftigen Ernten und die Wiedergeburt der Erde.

Der Frosch ist ein Glücksbringer und ein Zeichen für Fruchtbarkeit.

Auch eine Löffelsammlung ist hier zu sehen. Der Löffel ist übrigens das einzige Besteck, das von den Touareg übernommen wurde.

Am Ende des Raumes sind Ausstellungsexemplare nicht islamische Stämme und Passagen Malis zu sehen.

Die Kleider, die im letzten Schaufenster ausgestellt sind, hatten die Funktion, böse Geister zu vertreiben.

Zum Schuss sehen Sie eine Serie alter Türschlösser, die aus Mali stammen.

In der mittleren Vitrine sind zwei schöne Tragriemenringe für Kamelbauchgürtel ausgestellt. Rechts sind Trag-Amuletten und unten einige Holzobjekte mit Brandmalereien zu sehen. Das ovale Objekt wird als Glasbehälter der Gaslampe verwendet. Das Kästchen beinhaltet Teegläser und eine Teekanne.

Betrachten sie auch den schönen Kamel- Sattel namens „Amecherab“ der von den Kindern und Frauen genutzt wurde. Kehrt man den Sattel um, dient er auch als Trage für Gepäck.

Bemerkenswert sind die großen Ledergeflechte, die auf dem Kasten angemacht sind.

Im Raum sechs sind Objekte ausgestellt, die mit dem Reiseweg der westlichen Karawanen zusammenhängen.

Ein besonderes Ausstellungsthema ist hier der „Guedra“-Tanz. Dieser wird von Frauen ausgeführt und stammt ausschliesslich aus der Region von Goulimine. Die Frauen sind schwarz verhüllt und bewegen sich zu einem bestimmten Rhythmus. Zuerst mit den Händen, dann den Armen und schliesslich mit dem ganzen Körper. Die Begleittrommel der Guedra besteht aus einem Keramikkrug und gespanntem Leder.

Man findet zahlreiche Gegenstände, die auf die Fruchtbarkeit hinweisen, beispielsweise der Widder, die hockende Dame und der Frosch.

Im Raum sieben stammen die ausgestellten Gegenstände aus Taroudant.

Nehmen Sie sich Zeit um die glasierten Kunstgegenstände zu betrachten.

Wir treffen uns nach der Besichtigung wieder am Ausgang.

Dann gehen wir rechts die Gasse weiter geradeaus und die erste wieder links in Richtung „Dar Si Said“. Auf dem Weg entdecken wir einen traditionellen Ofen für das Quartier.
Hier werden die Makronen für die Stadt zubereitet.

Sie können eintreten und sich den Holzofen genauer anschauen. Die Einwohner dieses Stadtviertels bringen Brotteig mit, um ihn hier zu backen.

Jedes Gebäck wird auf einem Holzbrett oder einer Korbschale namens „Tbeg“ zubereitet und danach mit Stoff bedeckt.

Die Brote kommen eines nach dem anderen in den Ofen und die Bretter und Tbegs werden der Reihe nach aufeinander gestellt. So wird man nachher wissen, welches Brot zu welchem Brett gehört.

Gegenüber der Bäckerei sehen Sie die Arbeit eines professionellen Lederhandwerkers und nebenan können sie einem Kupferhandwerker bei der Arbeit zusehen.

Wir gehen die Gasse einige Meter weiter und kommen zum Museum Dar Si Said.

Das Museum ist von 9- 16 Uhr geöffnet und der Eintritt kostet 10 DH.

Das Museum ist dem marokkanischen Holzhandwerk und der dekorativen und religiösen Kunst gewidmet.

Das Haus wurde am Ende des 19. Jahrhunderts als Wohnsitz für Si Said gebaut. Das war der Bruder von Ba Ahmed, dem Sultan von Moulay Hassan I und Grossvisir von Moulay Abdelaziz.

1932 wurde das Haus von der Kunst-Verwaltung zum Museum umgewandelt.
Die Ausstellungsgegenstände stammen hauptsächlich aus Marrakech und Süd-Marokko.

Besonders schön ist die Weiβmarmorwanne aus dem 11. Jahrhundert, die sich im zentralen Flur befindet.
Sie gehört zu den ältesten Kunstwerken, dass in Marrakech zu finden ist. Sie stammt aus einer alten großen Moschee des Stadtzentrums, von der heute nur noch Anbauten zu sehen sind: die Almoraviden-Kubba.

Nur noch zwei der vier Außenwände besitzen noch ihr graviertes Dekor. Auf der grossen Fläche kann man Pflanzenmotive erkennen, und auf den kleinen Flächen geflügelte Vierbeiner.

Gleich nach der Marmorwanne ist ein Predigerpult, die sogenannte „Minbar „ zu sehen. Das ist eine treppenartige Konstruktion aus Zedernholz.

Der Imam steigt zum Freitagsgebt auf dieses Podium und hält seine Predigt.

Im rechten Schaufenster sind Gebets-Gegenstände sowie eine alte Heiratsurkunde zu sehen.

Etwas weiter vorne können wir Lederware sehen, für die Marrakech so berühmt ist, besonders für die Bearbeitung der Felle.

Betrachten sie die Wandteppiche und die Kissen etwas genauer. Die Lederteile sind wundervoll bestickt. Dieses Handwerk braucht viel Geschicklichkeit und Zeit und hat auch ihren Preis.

Im Raum der Töpferei sieht man vor allem Keramik aus Safi. Die marokkanische Küstenstadt ist für dieses Handwerk berühmt.

Als Nächstes sind die Teppiche zu sehen.

Die Anfertigung eines Teppichs nimmt normalerweise 5 bis 6 Monate Zeit in Anspruch. Die Geduldsarbeit ist für Augen und Finger anstrengend. Die ausgestellten Teppiche kommen vorwiegend aus dem Hohen Atlas.

Die Teppiche mit geometrischen Motiven sind hauptsächlich ländlichen Ursprungs. Die Stadtteppiche sind besonders an den Pflanzenmotiven zu erkennen.

Im Innenhof links befindet sich eine schöne Türe. Sie ist aus dem 16. Jahrhundert und stammt aus dem Palast „El Badi.

Die Türe ist aus wertvollem Zedernholz, welches für marokkanische Dekoration häufig verwendet wird. Dieses Holz fault nicht und ist leicht zu bearbeiten. Gleichzeitig dient es auch als Mottenschutzmittel.

Der zweite Innenhof lädt zur Erholung ein.

Die grüne Farbe dominiert hier mit Pflanzen und Brunnenkacheln.
Ein schöner, kleiner Pavillon bedeckt den zentralen Brunnen. Dieser Tei des Museums war damals der Wohnraum.
Darum herum sind sieben Zimmer angelegt.

Der erste Raum rechts führt zur Keramikausstellung. Es befinden sich Keramikexponate aus dem 20. Jahrhundert.

Der zweite Raum zeigt die Kupfer- und Neusilberausstellung. Das sogenannte Maillechort ist eine landestypische Legierung, die das Metall glänzen lässt.

Der dritte Raum führt zu den Metallwaffen der Fantasia, wovon wir schon im Museum „Tiskiwine gesprochen haben.

Das vierte Zimmer ist den Schmuckstücken gewidmet. Der Schmuck ist in Marokko ein ethnisches und kulturelles Gut.

Die Schmuckstücke sind in den Traditionen und in der Geschichte Marokkos nicht wegzudenken.
Sie sind aus Silber und mit allen Sorten anderer wertvollen Materialien veredelt. Oft sind sie durch gravierte Motive verziert und zum Teil mit Edelsteinen, Bernsteinen, Korallen, Geldmünzen und sogar Nelken bestückt.

Die traditionelle Zusammensetzung der Schmuckstücke ist bei allen Frauen dieselbe:

Ein Stirnschmuck, Ohrringe, viele Halsketten, Haarschmuck, einige Kleiderspangen, Armbänder, Fuβketten und Ringe.

Die restlichen Räume im Erdgeschoss sind nicht zugänglich.

Wir gehen zum Obergeschoss. Das war die Privatwohnung von SI SAID.

Hier teilt sich der Raum in zwei Pavillons.

Besonders eindrücklich ist die Farbenpracht der verzierten Zederndecke, die farbige Stuckatur und die aufwendige Mosaikarbeit.

Im Raum vor uns rechts ist ein Hochzeitssessel aus Zedernholz zu sehen.

Früher erstreckte sich die Hochzeitszeremonie über eine ganze Woche.

Vor diesem Sitzmöbel steht ein Kerzenständer. Er wurde zum Geburtstag des Propheten gebraucht.

Zu diesem Anlass wurde dieser Kerzenständer mit vielen anderen bunten Kerzenhaltern in der Stadt umhergetragen.

Linkerhand befinden sich herrliche traditionelle Trachten.

Der grosse Raum rechts diente als Empfangsraum.

Wir gehen noch einen Stock hinauf und kommen zur Musikinstrumentenaustellung.

Bemerkenswert ist dabei die Vielfalt der natürlichen Materialien, welche beim Bau verwendet wurde.

Wenn man weiter die Treppe hinunter geht, sieht man die sogenannten „Choukaras“, die Tragesäcke und gestickten Brieftaschen.

Beim Ausgang des Museums gehen wir auf dem gleichen Weg wieder in Richtung der Bäckerei. Kurz davor sieht man linkerhand sieben Gewölbe. Diese symbolisieren die sieben Heiligen der Stadt Marrakech.

Wir gehen weiter und gelangen zur Gasse „Derb El Arsa“ . Hier befinden sich viele Gasthäuser, die sogenannten Riads.

Sie können ruhig an einer Haustüre klopfen, um das Haus zu besichtigen. Die Besitzer sind allgemein sehr gastfreundlich.

Wir können auch einen Blick in das bekannte Restaurant „Gharnata“ werfen. Es ist wegen seiner Architektur eine Besichtigung wert. Da es früher ein Palast war, sind die Stuckatur-, Zeder-, und Mosaikarbeiten besonders eindrücklich.

Nach den Gewölben gehen wir links zurück zur Hauptgasse „rue de la Bahia“, wo sich auch das Museum „Tiskiwine“ befindet, und biegen diesmal links ab.

Wir gehen der Gasse entlang bis zum Ende und kommen auf einen asphaltierten Platz.

Nun biegen sie links ab. Zwölf Meter weiter sehen sie rechterhand eine kleine, schöne Moschee.

Wir gehen die Gasse weiter und kommen nach ca. siebzig Metern zu einem grauen Tor aus Eisen. Wir gehen hinein, um den Mosaikarbeiten zu beobachten.

Die Handwerker vor uns brechen die Fliesensteine, um die gewünschten Formen zu erlangen. Beachten Sie die Grösse des Hammers und vergleichen sie diesen mit dem feinen Endprodukt. In der Werkstatt links können sie die angefertigten Steine sehen.

Die vollendeten Einzelstücke werden mit dem gewählten Motiv umgekehrt auf den Boden gelegt.

Ein Rahmen aus Schmiedeisen wird rund um die fertigen Handwerkstücke angelegt. Anschließend wird Zement darüber gegossen um das gewünschte Objekt (z.B. ein Brunnen oder Tischfläche) zu erhalten.

Sobald der Zement ausgetrocknet ist, verbindet sich dieser mit dem Mosaik und ergibt das Endprodukt. Man kann sich vorstellen, wie viel Zeit diese Arbeit in Anspruch nimmt.

Wir verlassen jetzt die Werkstatt und gehen die Gasse weiter.

Nach ungefähr 40 Metern links biegen wir in die Garagen ein. Es ist einer der großen Werkstätte für den Basar. Wir können hier unterschiedlichste Handwerkskünste entdecken. Rechts am Eingang sind die Verkäufer der Rohmaterialien.

Wir nehmen in den Werkstätten die erste Gasse rechts, um die interessante Werkstatt Nummer 76 zu besuchen. Dort wird Holz bearbeitet.

Draußen können wir Lorbeerzweige sehen, die für die Herstellung der sogenannten Tatoui-Decken dienen. Das Holz wird bemalt, dann zusammengestellt und an der Decke befestigt.

Etwas weiter kommen wir an der Werkstatt Nummer 46 die Aluminium verarbeitet, vorbei.

Im Erdgeschoss befinden sich Schleifmaschinen, die zur Fertigstellung der Endprodukte dienen. Wir gehen in die obere Etage, um bei der Fabrikation zuzusehen. Vorsicht Kopf, die Decke ist niedrig

Wir sehen ein paar Erdhaufen, aus dem man die Gussformen herstellt. Darin wird das Modell eingefasst und dann das Metall eingegossen.

Die Schmiede befindet sich hinter uns auf Höhe der Treppe.

Beim Hinausgehen besichtigen wir kurz die Werkstatt Nummer 66 wo wir der Fabrikation von Kupferwasserhahnen beiwohnen können. Daneben stehen Säurebäder und Schleifmaschinen. Im Obergeschoss befindet sich die Schmiede mit seinen Gussformen.

Begeben wir uns nun nach draussen und gehen bis zum Ende der Gasse, wo wir bei der Werkstatt N° 61 dem Taddelaktarbeiter zusehen können. Taddelakt ist eine kunstvolle Technik, mit der die Wände bearbeitet und verschönert werden.

Im Erdgeschoss schmücken die Handwerker die Tongefässe mit Maichor, der Silberlegierung. Diese werden später mit Taddelakt umfasst.

Sind sie einmal getrocknet, kommen die Einzelstücke in das Obergeschoss. Dort polieren Frauen die Tongefässe und geben ihnen den letzten Schliff.

Selbstverständlich empfehlen wir Ihnen, die restlichen Werkstätten vor Ort zu besichtigen.
Nehmen sie sich Zeit um beispielsweise die Kupferwerkstätte zu sehen. Auch die N°115 für die Seidenfäden der Jellabas (der Traditionstrachen), und die N° 108 für Harz-Stühle sind spannend. Sehenswert ist auch die N° 120 für die Aufarbeitung der Oliven.

Treffen wir uns beim Geschäft N° 113. Es ist ein eine Lampenwerkstatt. Wir gehen durch das Geschäft, um in den hinteren Teil der Garagen zu gelangen. Hier stehen grosse Waagen und Männer, die kaputte Apparate und Maschinen auseinander nehmen.

Nach der Trennung wird das Metall in Kg an die umliegenden Gießereien verkauft.

Nach der Besichtigung gehen wir denselben Weg wieder zurück zum Ausgang.

Wir erblicken am Ende der Gasse einen Rundbogen mit drei oberen Öffnungen.

Sind wir an diesem Gewölbe vorbeigekommen, biegen wir rechts ab und folgen dann links der asphaltierten Strasse.

Am Ende der Strasse gehen wir zuerst links dann die Erste rechts.

Das zweite Tor links bringt uns zum jüdischen Friedhof.

Der Friedhof ist von edlem Rosa-Marmor und hebräischen Inschriften umgeben.

Wir treten ein um den Friedhof zu besichtigen.

Auf den ersten Blick überrascht die Größe dieses Ruheortes. Man hört nur das Zwitschern der Vögel. Es sind unterschiedliche Gräberarten zu sehen.
Der hintere Teil links des Friedhofs ist der Neuste.

Bis heute sind 1800 Namen gezählt und registriert worden. Es gibt eine Internet-Seite, welche die Namen der Verstorbenen publiziert. Falls sie jüdischer Abstammung sind, können Sie evtl. die Gräber Ihrer Vorfahren, die einst in der roten Stadt gelebt haben, wieder finden.

Wir befinden uns hier im Judenviertel, der Mellah.

Um die jüdischen Einwohner von den muslimischen zu trennen, umgeben hohe Mauern dieses Viertel.

Das Wort Mellah stammt von einer Tätigkeit ab, die einst marokkanischen Juden vorbehalten war. Diese Tätigkeit bestand darin, geköpfte Häupter von Kriminellen und Volksfeinden in Salz zu lagern, um sie dann dem Publikum zur Schau zu stellen.

Im Arabischen bedeutet Mellah „der Ort, wo man Produkte in Salz einlagert“.

Wir verlassen nun den Friedhof und überqueren die Strasse um in die gepflasterte Gassen einzubiegen.

Wir gehen alles geradeaus und biegen nach dem fünften Gässchen rechts ab.

Nach drei Treppenstufen erreichen wir einen Hof. Die Gasse wird dann enger.

Die erste Türe mit braunem Kachelrahmen ohne Inschrift ist der Eingang zur Synagoge. Schieben Sie die Türe auf oder klingeln Sie, falls die Tür verschlossen ist.

Der Flur ist mit Mosaik versehen.

Betrachten sie besonders die dunkelblauen Mosaik-Rauten. Diese stellen den David-Stern dar.

Am Ende des Korridors ist oben rechts der Stadtplan des Judenviertels abgebildet und links ein Schild, das mit der Jahreszahl 1492 versehen ist. Das ist das Ankunftsdatum der vertriebenen Juden aus Spanien.

Daneben steht das Datum 5252, was der jüdischen Kalenderrechnung entspricht.

Gehen wir nun in den Hof, um den großen Brunnen zu bewundern.

Die oberen Laufgänge dienten früher als Unterrichtsräume.

Heute sind es Obdachlose, die hier Unterkunft finden.

Wenn sich weniger als 10 Gläubige zum Gebet versammeln, müssen die Obdachlosen als Gegenleistung an den Gebeten teilnehmen, egal welcher Religion sie angehören.

Auf der rechten Seite des Innenhofs befindet sich eine vergoldete Türe.

Rechterhand sind Bilder von ehemaligen Studenten zu sehen, die im Jahre 1955 nach Frankreich oder Israel auswanderten. Weiter unten befinden sich Bilder von König Mohamed V mit den großen Rabbinern.

Wir gehen durch die Eingangstür und kommen zum Gebetsraum.

Der Balkon oben rechts ist für Frauen reserviert.

Darunter wurde eine viereckige Brüstung konstruiert, die Bina.

Hier sitzt der Rabbi zum Gebet.

Im Zentrum sind die Stühle den Männern vorbehalten.

An der hinteren Wand hängt ein gestickter Vorhang. Hinter der kleinen Türe befinden sich die hebräischen Bibeln, die Toras. Die vier Rollen sind jeweils 12 Meter lang.

Hier liegt eine sephardische Tora für die spanischen Juden und drei ashkenazische Toras für die polnischen Juden.

An jeder Wandseite befinden sich Kerzenleuchter. Diejenigen mit sieben Trägern sind für die Kerzen der Wochentage. An jedem Wochentag wird eine Kerze angezündet.

Die Leuchter mit neun Trägern sind zur Erinnerung an die Verstorbenen.

An der hinteren Wand rechts kann man ein kleines Brett ausmachen. Hier zünden Frauen, die keinen Ehemann finden, Schwierigkeiten haben Kinder zu bekommen oder Gesundheitsprobleme haben, eine Kerze an.

Der Rabbi spricht ein Gebet für sie aus.

Vergessen Sie nicht am Ausgang eine Spende zu hinterlassen. Die Besichtigung ist zwar gratis, es gehört jedoch zum guten Ton, etwas Kleingeld zu geben.

Begeben wir uns zum Ausgang und gehen rechts die Gasse weiter bis ans Ende. An der asphaltierten Straβe biegen wir links ab.

Entlang dieser Strasse können Sie links Geschäfte sehen, die Seiden- und Baumwolldecken verkaufen.

Besuchen Sie das erste Geschäft, um das Webehandwerk zu bestaunen.

An der Mauer gegenüber sehen sie viereckige Formen mit Ziffern und Zeichnungen.
Es sind Wahlplakate. Die Zeichen stehen für die politischen Parteien.

Wir gehen der Mauer entlang bis zu einer belebten Kreuzung.

Das grosse Tor rechts ist der Eingang zum Bahia Palast.

Treten Sie ein, um der herrlichen Orangenbaum-Allee bis zum Palasteingang entlang zu gehen.

Wir befinden uns in einem Schloss aus der Allaouitenherrschaft, Ende des 19. Jahrhunderts.

Der Bahia Palast wurde in vielen Etappen gebaut und wurde so bei den Marokkanern ein Scherzthema. Die langjährige Bauphase schien damals kein Ende zu nehmen.

Der ursprüngliche Auftrag kam vom Grossvisier Ahmed Ben Moussa, der den Palast für seine vier Ehefrauen und 24 Konkubinen bauen liess.

Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass der Bau des Gebäudes keinem Grundplan folgte. Dies ist auf finanzielle Schwierigkeiten in der Familie sowie auf politische Auseinandersetzungen, während dieser Zeit zurückzuführen.

Die Grundparzellen wurden während den Bauphasen zugekauft, bis schlussendlich eine Grundfläche von 8 Hektaren erreicht wurde. Ein Teil der Gebäude war für die Bauarbeiten geschlossen, während die Fertiggestellten der Königsfamilie dienten.

Wir kommen in den ersten Raum, der einem Riad mit Innenhof gleicht, wo sich an den Seiten kleine Nischen öffnen. Hier empfing Ba Ahmed Staatspersönlichkeiten mit Rang und Namen.

Im großen Versammlungsraum kann man eine bemalte Decke bestaunen – eine wahre Handwerkskunst. Alle Decken dieses Palastes sind eine Augenweide. Der französische Protektorats-Hauptmann Lyauty hat in diesen Räumlichkeiten seine Büros eingerichtet.

Setzen wir unsere Visite fort um in einen nächsten Hof zu gelangen, der komplett mit Marmor und Mosaik geschmückt ist. Hier waren die Wohnräume von Ba Ahmed eingerichtet und zur Protektoratszeit die Zimmer der Offiziere.

Der nächste Hof wird als „cour d’honneur“ bezeichnet. Der sogenannte Ehrenhof hat eine Dimension von von 30 auf 50 Metern.

Der Hof ist von einer Reihe von Holzsäulen umgeben. Achten Sie die auf die harmonische Zusammensetzung der Säulen, den grünen Dachziegeln und dem Zentralbrunnen.

Wenn die Sonne im Sommer am höchsten steht, ist es im Hof wegen der Reflektion unerträglich heiss.

Unter der Galerie befindet sich der imposante Versammlungsraum. Er ist 8 auf 20 Meter gross und seine Deckenverzierung ist ein wahres Meisterwerk. In ihr spiegelt sich die gesamte spanisch-maurische Baukunst wider.

Die islamischen Schriften wurden hier spielerisch zu ästhetischen Zwecken eingesetzt und sind schwer zu entziffern. Die spanisch-maurischer Kunst führt zur Betonung dekorativer Objekte, die den Blick auf sich lenken.

Wir verlassen nun den Palast und biegen am Ausgang rechts ab, um den Platz Jamaa Efna zu erreichen.

Gehen sie beim Parkplatz die Gasse geradeaus weiter bis zum Kino Eden, wo die Gasse links zum Platz führt. Hier verabschieden wir uns und bedanken uns herzlich für ihren Besuch.

Wir hoffen die Besichtigung hat Ihnen gut gefallen.

Wenn Sie wünschen können Sie sich mit dem Audioguide weitere Besichtigungen anhören: beispielsweise die Erkundung vom Platz Jamaa Elfna, die Besichtigung der Nord-Medina mit den Souks oder der Süd-Medina mit den Saadier-Gräbern und dem Schloss ElBadi.


Besuch vom Platz Jemaa el Fna und seiner Umgebung

Guten Tag und wilkommen zu unserer kommentierten Stadtführung von Marrakesch.


Wir beginnen heute unsere Besichtigung mit dem sagenumwobenen Platz Jemaa El Fna und seiner Umgebung.

Vertiefen wir uns ein wenig in seine Geschichte. „Jemaa El Fna“ kommt vom arabischen und bedeutet: Versammlung der Dahingeschiedenen.

Er zieht jährlich mehr als eine Million Besucher an, die sich von Schlangenbeschwörern, Affenzüchter, Musiker und Künstlern begeistern lassen.

Neben Touristen treffen sich hier auch Marrakschis, die Einheimischen. Sie sind sehr Stolz auf ihren belebten Hauptplatz. Er ist bekannt für seine Märchenerzähler, die Geschehnisse alter Zeiten überliefern oder auch für seine Quacksalber, die ihre mysteriösen Produkte verkaufen.

Der Jemaa el Fna wurde von der UNESCO in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.

Am frühen Abend verwandelt sich ein Teil des Platzes in ein riesiges Freiluftrestaurant, wo Garküchenmitarbeiter die Touristen in allen Sprachen versuchen anzulocken. Wenn sie gegen 17 Uhr hierher kommen, erleben sie das tägliche Spektakel des grossen Küchenaufbaus mit. Jeden Tag fängt dieses Spiel wieder von Neuem an.

Lassen Sie sich nun vom Getümmel des Platzes führen und erleben Sie den Jemaa el Fna mit all seinen Klängen, Düften und Sehenswürdigkeiten.

Wir starten unseren Rundgang in dem wir die grosse Moschee, die Koutoubia, hinter uns lassen und gehen die Hauptallee mit Pferdekutschen entlang. Die Pferfkutschenbesitzer warten geduldig auf Kundschaft.

Weiter vor erreichen wir das belbte Zentrum des Platzes. Man nennt den Jemaa el Fna auch den „verrückten Platz“. Wir erkennen von weitem die Menschentrauben der Landsleute, die an den Lippen der Märchenerzähler hängen, denen eine wichtige Rolle als Traditionsvermittler zukommt.

Die GNAWA Musiker tanzen zum Takt ihrer traditionellen Trommeln, auch Ganga genannt und zu den Klängen ihrer Schellen, den Guembri.

Einige Touristen mischen sich unter die Gnawa Tänzer. Auch sie dürfen mittanzen, dies wird Ihnen garantiert Spass machen.

Die Schlangenbeschwörer und Affenzüchter zeigen mit ihren Tieren ihr Können, um ein gut bezahltes Foto der Touristen zu ergattern.

Die Verkaufsstände mit Trockenfrüchten befinden sich links des Platzes, entlang der Pflanzenverkäufer. Die Stände stehen alle ihren ganz bestimmten Platz und sind streng reglementiert.

Auf der anderen Seite des Platzes sind die Orangensaftverkäufer zu sehen. Falls sie einen Orangensaft trinken möchten, verlangen Sie einen frisch gepressten, der vor ihren Augen zubereitet wird.

Probieren Sie sich im Angel- Flaschenspiel in der Mitte des Platzes. Es kostet nur 5 DH - Sie haben nicht viel zu verlieren. Aber aufgepasst - auch wenn die Marokkaner die Flaschen mit demonstrativer Leichtigkeit angeln – es ist kein leichtes Spiel.

Auf dem Platz gibt es einige verschleierte Frauen, die ihre Henna Tatoos anbieten. Halten sie ihre Hand nicht hin, bevor Sie einen Preis ausgehandelt und ihr Lieblingsmotiv ausgesucht haben. Und bitte denken Sie daran dass es bis zu 3 Stunden dauert, bis das Henna komplett austrocknet. Flecken auf ihren Kleidern gehen praktisch nicht mehr aus.

Was wäre der Jemaa el Fna ohne seinen berüchtigten Zähneausreisser, der in vielen Reiseführern als Fotomotiv für den Platz abgelichtet wird. Heute ist der Zähneausreisser nur noch Folklore für die Touristen. Er erinnert uns an den letzten Zahnarztbesuch und lässt uns über die neue Zahntechnologie erfreuen.

Zu den Attraktionen des Platzes gehören ebenfalls die Akrobaten, Animationen und Boxwettkäpfe.
Bei Sonnenuntergang können wir das Café de France mit seiner weitläufigen Dachterrasse empfehlen, welches eine wunderbare Sicht auf den animierten Platz bietet.

Um unseren Rundgang weiterzuführen begeben wir uns nun vor das Café Argana, welches sich am nördlichen Rand des Jemaa el Fna’s befindet. Nehmen sie die Gasse auf der linken Seite des Cafés und gehen in die Souks hinein, bis sie nach einigen Metern auf einen kleinen Vorplatz gelangen.

Linkerhand zählen Sie drei Strassenleuchten, bis sie auf eine grosse Holztüre stossen. Darin befindet sich ein ehemaliger Caravanserail, auch Foundouk genannt.

Der Foundouk war früher ein Ort des Tausches. Die Handelsreisenden kamen mit ihren Kamelen und konnten in diesem Gebäude die Nacht verbringen und gleichzeitig Ihre Produkte feilbieten. Die Tiere wurden im Erdgeschoss gefüttert, während die umliegenden Räume dem Verkauf der Ware dienten. Im Obergeschoss befanden sich die Schlafzimmer der Handelsleute.

Um Raubüberfälle auf die kostbare Ware abzuwenden, wurde nachts die grosse Holztüre geschlossen.

Die heute verbliebenen Foundouks wurden hauptsächlich zu Werkstätten oder Gewürzmärkte umfunktionert. Während unserem Rundgang der Medina Nord werden Sie noch einige dieser Foundouks besichtigen können.

Kommen Sie zurück auf den Haupplatz in Richtung Argana und biegen Sie danach rechts ab, um zu den Pflanzenverkäufern zu gelangen. Weiter rechts gehen wir einer Gasse entlang mit Läden, die grosse, reich dekorierte Stofftajines anbieten. Diese heissen auf arabisch H’DIA, was nichts anderes beudeutet als Opfergabe. Während Hochzeitszeremonien werden Geschenke an die Braut in diesen H’DIAS überreicht.

Die Opfergaben sind ein Brauch, die in allen sozialen Schichten üblich sind. Die überreichten Geschenke an die Frau durch den Bräutigam unterscheiden sich je nach Region und sozialer Stellung. Meist handelt es sich um symbolische Präsente wie Zucker – Symbol eines glücklichen Lebens oder Milch – Symbol von Reinheit aber auch Datteln, Henna und Kerzen.
Deben den symbolischen Geschenken werden zur Freude der Braut auch wertvolle Kleidungsstücke und Schmuck überreicht.

Kommen wir nun wieder zurück zu unserem letzten Ausgangspunkt, dem Cafe Argana. Biegen wir diesmal in die Gasse rechts des Cafes in die Souks ein. Gehen Sie ein Stück weiter bis Sie rechts eine Treppe erreichen, die uns zum ersten Stock in die Silber Souks führen.

Sehen Sie sich etwas um, bevor wir wieder auf den Jemaa el Fna zurückkehren. Gehen Sie beim Cafe Argana diesmal links der Mauer entlang weiter bis zum Cafe Terrasse de l’Alhambra. Biegen Sie vor dem Cafe links ein, wo sich die Gasse in drei Richtungen teilt. Die Gasse links führt uns zu den Korbflechtern. Durch die mittlere Gasse neben dem Pfefferminzladen kommen sie zu den Olivenverkäufern. Die Regale sind gefüllt mit glänzenden Oliven und frischem Gemüse – ein Augenschmaus.

Wenn Sie die Gasse rechts nehmen, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die kleinen Essbuden mit den Tontöpfen. Sie sind spezialisiert auf die Zubereitung des Mechoui, einem landestypischen Lammgericht. Ihm gilt eine ganz spezielle Zubereitungsmethode. Er wird in einem konischen Naturofen aus Stein und Lehm über glühender Holzkohle in geschlossenem Raum gebraten.

Die mit Aluminiumfolie zugedeckten Tongefässe werden Tanjia genannt. Es handelt sich ebenfalls um ein typisches Gericht aus Marrakesch, welches klassischerweise aus Rinds- Schafs-, Hühnerfleisch oder Fisch zubereitet wird. Dabei wird das Tongefäss mit einer Sauce aus eingelegter Zitrone und passenden Gewürzen garniert und anschliessend 6 Stunden in die Glut des Hammamofens gelegt. Das gegarte Fleisch wird dadurch sehr zart und schmeckt vorzüglich.

In diesen Essständen finden Sie auch weitere marokkanische Gerichte wie der Schafskopf oder die Schaftsfüsse. Letztere werden im Hammamofen enthaart und anschliessend gereinigt und gekocht.

Kommen Sie wieder zurück auf den Jemaa el Fna und besuchen wir nun die grosse Moschee, die Koutoubia, das Wahrzeichen von Marrakesch.

Man nennt die Koutoubia auch die Moschee der Buchhändler, da der Souk der Manuskripte sich damals hier befand. Das Moscheegabäude misst 90 Meter auf 60 und ist durch 16 Längsschiffe aufgebaut. Innen befindet sich eine prächtige Minbar, eine Art Holztreppe für den Imam, der das Freitagsgebet predigt. Der Minbar wurde aus besten Holzarten konstruiert und mit reichlichen Schnitzereien dekoriert.Sieben Jahre soll daran gearbeitet worden sein.

Ein antikes Minbar kann im Dar Si Said Museum oder im Badi Palast besichtigt werden.

Die Arbeiten an der Koutoubia haben während der Almoraviden- Dynastie im Jahre 1120 begonnen. Fertiggestllt wurde die grosse Moschee jedoch erst 1162 unter dem Almohaden Führer Abu Youssef al Mansour. Die Konstruktion des 69 Meter hohen Minaretts wurde später, im Jahre 1196 abgeschlossen. Gemäss muslimischer Tradition in quadratischem Grundriss. Der Turm wurde aus Sandstein der naheliegenden Steinbrüche des Mont Gueliz gebaut.

Der Dekoration des Minaretts wurde viel Feinarbeit gewidmet. Die vier vergoldeten Kugeln auf dem Turmhaupt symbolisieren die drei Moscheen des Islams: die Kaaba in Mekka, Médine und Al Qods. Die grösste der Kugeln misst 6 Meter im Durchmesser.

Die Kleinste der Kugeln soll aus purem Gold sein und wurde von einer Kourtisane geschenkt, die ihren Schmuck dafür einschmelzen liess. Zusammen symbolisieren die Kugeln sie die himmlische Sphere.

Wie bei allen Almohadenkonstruktionen zu beobachten ist, wurde auch für den Bau der Koutoubia die Sitte und Askese in den Vordergrund gestellt. Die Konstruktion folgt einem sogenannten T- Plan, das heisst eine Bauweise mit mehreren, deckenstützenden Kolonnen, die der Gottesverehrung dient.

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den unteren Teil des Minaretts. Sie sehen einen ersten Teil in Form einer massiven Säule. Die Öffnungen sind von Ornamenten umrandet und dienen einer guten Beleuchtung und lassen die Fassade leichter wirken. Über den Säulen ziehen kleine Halbkreise den Blick nach Oben auf die Zinne. Mit ihrer treppenartigen Form symbolisiert sie den Sonnenauf- und untergang.

Der Dachreiter misst 16 Meter und liegt auf einer von Zinnen umsäumten Platform. Jeden Freitag weht eine Fahen am langen Mast, um die Muslime an das Freitagsgebt zu erinnern.

Lassen wir die Koutoubia nun hinter uns und und biegen in Richtung Jemaa el Fna nach links in die Hauptstrasse Mohamed 5, alles geradeaus bis zum Eingang einer grossen Parkanlage.
Es handelt sich um den Cyber Park, der von der königlichen Stiftung Mohammed 6 zum Schutz der Umwelt angelegt wurde. Im Inneren der Parkanlage wurde ein Internet Cafe errichtet, daher der Name Cyber Park.

Die 8 Hektaren grosse Grünanlage wird auch Arsat Moulay Abdeslam genannt und wurde bereits im Jahre 1700 angelegt. 450 Bäume, 200 Palmen, 500 Sträucher und 680 Orangenbäume dekorieren diesen wunderschönen Park und dienen der Grossstadt als wichtigen Sauerstoffspender und Erholungsraum.

Überqueren wir die Hauptstrasse Mohamed 5 und besuchen wir das gegenüberliegende Ensemble Artisanal. Hier befindet sich ein Sammelsurium aus unterschiedlichstem, marokkanischem Kunsthandwerk. In der Mitte gibt es einen schattenspendenden Hof, wo Sie bei einem Getränk entspannen können. Der Eingangsbereich des Kunstmarktes zeugt von purster, marokkanischer Tradition mit seinen Stukkaturen und dem gegenüberliegenden Brunnen.

Man findet hier unterschiedlichste Läden mit Möbelwaren, Teppichen, Lampen und Bildern.
Geschäfte mit Buchbinder, Lederwarenhändler, Lampenverkäufer, Schmuckhändler, Schreiner, Schneider, Holzmaler, Tiermaler, Instrumentebauer.. um nur einige zu nennen.

Auch Handwerkerkooperativen mit zum Teil über 60 Mitgliedern bieten hier Ihre Produkte an. Es gibt Frauen- und Männerkooperativen sowie Kooperativen für ältere Personen. Auch Lehrlinge schliessen sich zusammen, um eine Kooperative zu gründen. Die Gewinne werden am Ende des Jahres unter den Mitgliedern verteilt.

Verlassen wir das Ensemble Artisanal um zur Moschee zurückzukehren.Gehen Sie bei der Koutoubia weiter durch das kleine Tor und überqueren Sie die Strasse auf Höhe der zweiten linken Strasse, in die Rue Tetouan.

Biegen Sie in diese Strasse ein bis sie linkerhand einen grossen Gewürzladen entdecken. Kleine Flaschen mit ätherischen Ölen zieren die vielen Vitrinen im Inneren des Geschäftes. Schiefertafeln informieren Sie über Wirkungskraft dieser natürlichen Produkte. Im hinteren Teil des Ladens sitzt oft ein älterer Herr, der sich mit den Naturheilprodukten bestens auskennt. Leute kommen von weit her, um seinem medizinischen Rat zu folgen.

Kommen Sie zurück auf die Strasse in Richtung Koutoubia und biegen Sie rechts ab bis zur Stadtmauer der Medina. Unmittelbar vor der Stadmauer befindet sich links der grösste Hotelpalast Afrikas, das legendäre Mamounia. Berühmte Grössen wie Winston Churchill, Franklin Roosevelt und Bill Gates waren bereits Gäste hier, um nur einige zu nennen.

Wenn Sie das Mamounia besichtigen möchten, denken Sie daran korrekte Kleidung und Schuhwerk zu tragen.

Das Mamounia bietet ihren Gästen 136 Zimmer und 3 Riads an. Es erstreckt sich auf einem Grundstück von 8 Hektaren und wurde von Stardekorateur Jacques Garcia im arabo-andalousischen Stil renoviert. Die Arbeiten dauerten 3 Jahre - der Hotelbetrieb musste in dieser Zeit eingestellt werden.

Käufer aus aller Welt kamen nach Marrakesch, als die alte Möbelgarnitur des Mamounia versteigert wurde. Jeder erhoffte sich ein Souvenir – und damit auch ein Stück Geschichte - mit nach Hause zu nehmen.

Kommen wir nun zurück zu unserem Ausgangspunkt, dem grossen Platz, wo wir den Rundgang des Jamaa el Fnas beenden werden. Wenn Sie mit der Audioführung fortfahren möchten, empfehlen wir Ihnen eine Pferdekutsche oder ein Taxi zu den Majorelle Gärten.

Wir hoffen ihnen hat der Rundgang um den Platz Jemaa el Fna und den Souks gefallen.

Folgende Audio Führungen stehen ihnen zusätzlich zur Verfügung:

Die MEDINA NORD mit der Merdersa Ben Youssef, dem Museum von Marrakesch, der Qobba und dem Gerberviertel

Die MEDINA SÜD mit dem Mellah, den Handwerkern und den Bahia Palast

Die MEDINA SÜD mit dem Kasbahviertel, dem Badi Palast und den saadischen Gräbern.


Besichtigung der Süd-Medina und des Stadtteils Kasbah

Guten Tag und herzlich willkommen zu unserer Stadtbesichtigung von Marrakech.

Wir begeben uns heute auf eine Stadtbesichtigung der Süd-Medina und des Stadtteils „Kasbah“.
Ausgangspunkt ist der Platz Jamaa Elfna. Wir beginnen beim Café de France, das sich hinten rechts am Platz befindet, wenn die Koutoubia-Mosche hinter uns liegt.
Wir nehmen die Gasse zwischen diesem Cafe und dem Restaurant „Le Marrakchi“. Wir gehen die Gasse entlang Richtung Riad Zitoune Jdid (Gasse der neuen Oliven).
Auf der rechten Seite defindet sich das Kino „Eden“. Wir können es kurz besichtigen, wenn Sie nicht schon den Audio-Führer für das Schloss “Bahia“ und für das Judenviertel genommen haben.
Das Kino wurde im Jahr 1926 gebaut und leider 2009 endgültig geschlossen. Es zeigt die Stimmung in alten Kinos und eine Sammlung von Aushängeplakaten.
Nach der Besichtigung biegen wir rechts ab und gehen durch einen Bogen die Gasse immer geradeaus Richtung Platz der Präfektur.
Einige Schritte weiter kann man einen Handwerker bei der Holzbearbeitung sehen und bewundern, wie er sich seinen Füßen bedient, um Spieß- Pik herzustellen
Vom Platz Jamaa Elfna bis zum Platz von der Präfektur braucht man gewöhnlich fünf Minuten.
Vor dem Platz auf der linken Seite ist ein Verwaltungsgebäude zu sehen. Es handelt sich um die Präfektur der Medina.
Wir gehen die Gasse entlang und kommen zu einer Kreuzung am Eingang des Schlosses „Bahia“. Wir biegen rechts ab.
Kurz vor der Kurve ist eine gedeckte Gasse zu sehen. Wir gehen diese Gasse entlang und sehen die Stoffverkäufer von der Mellah. So heisst das Judenvieretel.
Wir biegen links ab und am Gassenende gehen wir rechts.
Der Gewürzgeruch verzaubert mit seiner herrlichen Mischung. 20 Meter weiter auf der linken Seite ist ein großes Tor zu sehen. Das ist der Eingang zum Versteigerungshof der Gewürze.
Die Versteigerung findet jeden Tag von 8- 11 Uhr statt, ausgenommen Freitag.
Auf dem Rückweg sehen wir uns die Gewürzgeschäfte genauer an, besonders die alten Läden.
An den Decken dieser kleinen Buden sehen Sie getrocknete Tiere und verschiedene Pflanzen. Diese dienen zur Vorbereitung verschiedener Arzneitränke, um Schmerzen zu lindern. Sie sollten auch die bösen Geister vertreiben oder ein schweres Schicksal abwenden.
Wir kommen zurück zum Eingang der gedeckten Gasse. Vorne links sehen wir ein Tor, hinter dem sich der grosse Schmuckmarkt befindet.
Wir gehen hinein, um die Schmucksachen zu bewundern. Als erstes sieht man die wunderbaren Gürtel als Zierde der Jellabas zu besonderen Anlässen, beispielsweise zur Hochzeit.
Wir verlassen die Schmuckgeschäfte und gehen rechts an einem kleinen Park vorbei und überqueren die Strasse bis wir zum Platz der Blechschmiede gelangen. In den Werkstätten wird Weiseissen zu kunstvollen Lampen verarbeitet. Dieser kleine Platz ist sehr belebt. Die Handwerker hört man den ganzen Tag.
Oben auf der alten Mauer sieht man die Storchennester.
Wir gehen über diesen Platz durch ein niedriges Tor und gelangen rechts zum Schloss „Badi“. Es ist täglich von 9- 16 Uhr 30 und im Ramadan von 9- 15 Uhr geöffnet.

Das Schloss „Badi“:
Wir gehen in dieses Schloss rein, das leider heute nur noch eine Ruinen ist.
Es wurde vom Saadiene Sultan Ahmed Almansour Dhabi zur Feier des Siegs, über die Portugiesen im Krieg der drei Könige 1578 gebaut.
Der Bau dieses Schlosses dauerte 25 Jahre. Man benützte dafür die besten Baumaterialien. Zu dieser Zeit aus Marokko, China und Indien.
Das Schloss bestand aus 360 Zimmern, doch heute ist nur noch ein grosser Platz zu sehen. Hier werden Shows oder Konzerte aufgeführt.
Die Darbietungen an diesem Ort sind bezaubernd. Im Hintergrund der Bühne sieht man die Störche auf der Mauer, welche Nachts beleuchtet werden.
Das Schloss Elbadi war bestimmt für Feste und feierliche Audienzen, bei denen der Sultan seinen Prunk vor der Elite des Königreichs und den ausländischen Botschaftern zur Schau stellte.
Heute sind nur noch einige Fragmente von den Säulen, von den Stuck und von den Fayence-Fliesen zu sehen.
Das Schloss wurde im 17. Jahrhundert auf Anordnung vom Alaouiten Sultan Moulay Ismail zerstört.
Die Zerstörung begann 1696 und dauerte etwa 10 Jahre. Ein Groβteil der Baumaterialien wurde nach Meknes befördert und dort für den Bau der Königstadt von Moulay Ismail benutzt.
Vom Schloss Elbadi aus gehen wir durch ein Tor links, dann an den Glas-Verkäufern vorbei.
Am Ende der Gasse biegen wir links ab und gehen weiter bis zu einem Laden mit Körben , in denen sich Rosenknospen in allen Farben befinden. Nun gehen wir Richtung Kreuzung.
Wir gehen immer geradeaus, an einem Verwaltungsgebäude für Wasser und Strom der „Radeema“ vorbei.
Geradeaus auf dem gleichen Weg und in derselben Richtung kommt man zu einem großen Gebäude mit Wachpersonal davor. Dies ist das Königshaus.
Photographieren ist an diesem Ort nicht erwünscht. Die Flaggen weisen darauf hin, dass der König momentan in diesem Palast ist.
An den Bretterbuden vorbei auf der linken Seite sieht man zwei schön bearbeitete Tore.
Das erste Tor führt aus den Mauer und das zweite in die gepflasterten Gassen. Es heisst Bab Agnaou und stammt aus dem 13.Jahrhundert.
Dieses Tor besteht aus vier Rundbögen, die ineinander verschachtelt sind. Mit dieser Technik wirkt das Gefüge optisch leichter.
Um die 4 Bögen bildet die kufische Schrift einen Zierbogen.
Die Besonderheit dieser Schrift besteht darin, dass sie sehr geometrisch ist und leicht zu einer Architekturdekoration verwandelt werden kann.
Gehen wir durch dieses Tor zu dem Stadtteil namens „Kasbah“.
Vor uns geradeaus ist die große Moschee von der Kasbah zu sehen. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde unter der Almouahaden-Dynastie gebaut, welche als Model für spätere Bauwerke gedient hat.
Der Sultan Jakoub Almansour hat die Moschee errichtet.
Als Nicht-Moslem darf man sie leider nicht betreten. Das war eine Entscheidung vom Marschall Lyautey aus der Protektoratzeit.
Die Moschee hat eine Länge von 80 Metern. Sie wurde von Zinnen verziert, die den Sonnenauf-und Sonnenuntergang symbolisieren.
Betrachten wir das mit türkisfarbiger Fayence geschmückte Minarett mit einer Reihe von imposanten Flechtwerken.
An der rechten Seite der Moschee ist das Eingangstor zu den Saadien-Gräbern.
Die Saadiene-Gräber: sind täglich von 9- 16 Uhr 45 geöffnet im Ramadan von 9- 15 Uhr .
Diese Gräber wurden 1917 entdeckt und danach von der Verwaltungsstelle für schöne Künste restauriert.
Es ist praktisch das einzige Schatzgut der Saadiene-Dynastie , welche ihren Höhepunkt zwischen1524 und 1659 hatte . Diese Gräber verdanken ihren Schutz dem Sultan Moulay Ismail aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Obwohl er die Spuren der Staadien-Dynastie auszurotten drohte, verschonte er die Grabstätten und ordnete an sie einzumauern.
Wir befinden uns nun im Garten. Vor uns sind zwei Gräber zu sehen.
Wir beginnen mit dem prächtigsten Grabmal, dem Saal mit den 12 Säulen. Er befindet sich auf unserer linken Seite.
Der Saal beherbergt das Grab des Saadien-Sultan Ahmed Elmansour sowie die Leichname von 60 anderen Saadien-Abkömmlingen und Nachfolger der Familie.
Von Aussen zeugt der Bau von Schlichtheit. Wenn wir ins Innere blicken, entdecken wir den Prunk und den Glanz dieses Orteres.
Dieser Saal nennt sich“Mihrab“, was von der Gebetsrichtung „Qibla“ kommt.
Die Grabstätten sind aus carrarischem Marmor aus Italien.
In der islamischen Kultur werden die Leichname waagerecht in die Erde vergraben. Hier sieht man, dass sie Richtung „Mihrab“ liegen.
Die Körper werden auf die rechte Seite mit Blick nach Mekka gelegt. Denn in der islamischen Kultur heisst es, werden die guten Taten des Verstorbenen zu seinen Lebzeiten auf seiner rechten Seite angesammelt.
Nun betrachten wir den Gewölbebogen über der Nische, der in der islamischen Baukunst sehr häufig zu finden ist.
Diese Architekturtechnik hat ihren Ursprung in den spanischen Kirchen, während der Eroberung des Landes durch die Muslime.
Schauen Sie sich die Zeder- und Stuckbearbeitung an. Oben sehen Sie den Spot, der den Saal und die langen Aufschrift beleuchtet.
Diese Aufschrift zitiert die Koran-Verse , die den Gläubigern das Paradies verspricht. Es sind die Verse des Sieges.
Man kann auf den Saaltüren die wiederholenden geometrischen Motive des Sternes sehen. Damit ist auch die Balustrade die das große Grab umgibt, geschmückt.
Wir kommen zurück zum Garten, um das zweite Grabmal zu besichtigen. Es ist kleiner als das Erste. Dieses wurde von Ahmed dem Sieger gebaut, um das Grab seiner Mutter Lalla Besahouda zu beherbergen. Dieser Raum hat zwei Kehrgänge.
In dieser Gruft ist eine besondere Zeichnung zu sehen. Hier verschwindet das Motiv des Sternes. Die Architekten waren hier von der Mathematik und der Astronomie beeinflusst. Die Geometrie war ihre Hauptbeschäftigung bei der Zusammensetzung von Fresken und Dekorationen.
Wir verlassen das Lokal und begeben uns auf den Weg Richtung „ Radeema“, zum Geschäft mit den Körben und den Rosenknospen. Wir setzen unseren Weg in der gleichen Richtung fort und kommen dann zu einem Tor aus Holz zwischen den Geschäften auf der linken Seite.
Wir gehen Richtung gedeckter Markt.
Wir befinden uns in der Abteilung für Geflügel, Fisch, und Kaninchen verkauft.
In der nächsten angenehmeren Abteilung, kann man gleich am Eingang Männer sehen, die Pastillas-Blätter zubereiten. Beobachten wir wie sie die Blätter mit Wasserdampf kochen.
Es sind Obst- und Gemüsestände, Olivengeschäfte, Gewürzläden, Metzgereien und Blumenhänder zu sehen.
Wir verlasen den Markt und überqueren die Straβe zur anderen Seite Richtung Bank Societé Générale.
Von der Bank aus gehen wir links an einem Lampengeschäft vorbei. An der Ecke biegen wir links in die Gasse Riad Zitoun Kdim, Richtung Platz Jamaa Elfna.
Am Eingang der Gasse befinden sich kleine Buden, wo alte Reifen zu verschiedenen Gebrauchsgegenständen verarbeitet werden. Unterwegs in dieser Gasse kann man ein Stuck weiter auf der linken Seite zwei bogenförmige Türen mit einem Rahmen aus Kacheln sehen. Dies ist ein traditionelles Hammam.
Die linke Tür ist der Eingang für Frauen und rechts ist der Eingang für die Männer. Die öffentlichen Hammame, die mit Holzöfen geheizt werden, besuchen die Einheimischen regelmäßig am Freitag. Am Tag des großen Gebets ist viel Gedränge.
Jeder Kunde bringt seine Sachen, die er zum baden braucht: Eimer, Seife, Peelinghandschuh und Badetuch.
Das Hamame ist auch ein beliebter Treffpunkt um zu diskutieren und soziale Beziehungen zu pflegen. Gewöhnlich gehen die Marokkaner einmal pro Woche ins öffentliche Bad.
Einige Schritte weiter sieht man ein Eisentor mit zwei Flügeln. Es ist die Ofentüre des Hammams. Wenn Sie reinschauen möchten, fragen Sie zuerst um Erlaubnis.
Darin kocht man auch Tanjia, das typische Gericht in Marrakech. Auf der unteren Seite sieht man große Krüge mit Aluminium oder Spezialpapier bedeckt.
Die Tanjias werden in Kohleglut sechs Stunden lang gekocht. Das Fleisch oder der Fisch wird reingelegt.
Man kann die Tanjia auch zu Hause mit Gewürzen und eingelegten Zitronen zubereiten. Da die Zubereitung eine Spezialität der Männer ist, haben die Frauen dann ihren Ruhetag.
Falls sie dieses Hammame nicht betreten dürfen, gibt es in derselben Gasse kurz vor dem Platz Jamaa Efna ein anderes öffentliches Hammam.
Nun kommen wir zum Ende dieses Rundgangs und möchten uns von ihnen verabschieden.
Ich hoffe, die Besichtigung hat Ihnen gefallen.
Wenn Sie wollen, bieten wir Ihnen andere Stadtrundgänge an. Beispielsweise die Besichtigung vom Platz Jamaa Elfna und der Nord-Medina mit den Souks , oder die Süd-Medina mit den Schlössern und dem Judenviertel.

Besichtigung der Nord- Medina, der Medersa Ben Youssef, dem Museum von Marrakech und dem Gerberviertel


Guten Tag und herzlich willkommen zu unserer Besichtigung der Nord- Medina mit der Medersa Ben Youssef, dem Museum von Marrakech, der Almoraviden-Kubba und dem Gerberviertel.
Ausgangspunkt dieser Besichtigung ist das Café Argana auf dem Platz Jamaa El Fna.

Um unsere Besichtigung zu beginnen, nehmen wir die Gasse auf der linken Seite des Cafés und gehen bis zu einem kleinen Vorplatz. Dann durch einen Rundbogen, der weiter durch eine gedeckte Gasse führt. Wir gehen hindurch und setzen einige hundert Meter unser Weg geradeaus bis zum Café „ Les Bougainvilliers“ fort. Hier biegen wir rechts ab.
Wir gelangen einige Meter weiter vorne zu einem kleinen Vorplatz und setzen unseren Weg bis zum Souk Sebbaghine, fort. Hier befindet sich der Markt der Wollfärber. Wir gehen durch den Rundbogen um die Ecke und können auf Augenhöhe, die zum Trocknen aufgehängten Wollsträhne sehen.
Gegenüber an der andern Ecke ist eine Färberei, die wir besuchen können. Man kann den Färbern, den sogenannten „Labbadas „ bei der Arbeit an ihren Gärbottichen zusehen.
Die Wollsträhne sind noch roh, bevor sie gefärbt werden. Zahlreiche Frauen kommen hierher, um sich mit Wolle einzudecken. Sie feilschen lange, bevor sie sich mit den Verkäufern über den Preis einigen und kaufen dann die Wolle nach ihrem Gewicht.
Der Nationale Wollmarkt in Marrakech wird von drei Groβhändlern beherrscht. Jährlich setzen sie 46 Tonnen Kamel- und Ziegenwolle ab.
Hier teilt sich die Gasse, wir nehmen den rechten Abzweiger und kommen zum Markt der „Steinmetze“, ein Gewerbe, das in diesem Viertel nicht mehr ausgeübt wird.
Am Ende der Gasse biegen wir links ein und dann gehen wir sofort wieder rechts. Nun befinden wir uns im Souk Attarine, dem Kupfermarkt.
Es ist ein stimmungsvoller Markt mit lauter leuchtenden und verzierten Kupferlampen. Wir gehen geradeaus weiter bis zum Gassenende und dann recht, weiter geradeaus durch den Kupfermarkt und dann nehmen wir die erste Gasse rechts und kommen zum „Markt der Babouches“.
Vorbei am Souk der Babouches kommen wir zum Souk El Hena, dem Hennamarkt. Wir gehen in die gleiche Richtung weiter und kommen zum Souk Mejjarine.
Auf der rechten Seite sehen wir auf der Höhe ein Aushängeschild mit der Überschrift: Kissaria Bennis. Es ist ein gedeckter Markt für Kleidungsstücke. Wunderschöne Türen aus Zedernholz schmücken den Eingang dieser Verkaufsgalerien und schützen die wertvollen Waren gegen Diebstahl und symbolisieren die Berufsgenossenschaften, welche sich darin befinden.
Lassen wir die Holztüre der Kissaria hinter uns und gehen weiter geradeaus bis zum Gewürzplatz „Rahba Kdima“. Dies ist ein angenehmer und sehr lebhafter Platz. Im Zentrum befinden sich dutzende Kleinhändler und darum herum die Läden mit Gewürzen, allerlei Arzneimitteln und getrockneten Pflanzen.
Diese Arzneimittel haben zum Ziel, Schmerzen zu lindern, böse Geister zu vertreiben, oder schwere Schicksale abzuwenden. Hier glauben die Leute an die schwarze und weiße Magie. Sie gehört zur Kultur des Landes – vergessen wir nicht, dass wir uns in Afrika befinden.
Auf diesem Platz kann man links ein Schild erkennen mit der Aufschrift: „Souk principal de tapis“. Mit all seinen aufgehängten Teppichen im Eingangsbereich ist dieser Markt leicht zu erkennen. Hier werden täglich Teppiche versteigert. Wir können den Markt besichtigen und zur richtigen Tageszeit der Versteigerung beiwohnen.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Teppichen:
Einerseits die Stadtteppiche die an ihrem groβen zentralen Medaillon und zahlreichen Randmustern zu erkennen sind.
Und andererseits die Landteppiche der Berber, die lokale und familiäre Traditionen reflektieren. Das Zentrum dieser Teppich ist oft vielfarbig und ebenfalls mit einem zentralen Medaillon geschmückt. Die Ränder sind nur mit weniger Mustern versehen, dafür schmücken viele geometrische Motive die Gesamtfläche.
Wir überqueren diesen Markt und gehen am Ende rechts die Treppen hinunter durch ein traditionelles Lampengeschäft und dann nehmen wir die Nächste rechts, um die gedeckte Gasse zu verlassen. Dann biegen wir links in die Hauptgasse ab.
Hier befinden sich viele Gemüse- und Obsthändler und weiter vorne treffen wir auf den Fischmarkt. Auf dem belebten Marktplatz wird Obst, Gemüse und Keramikware feil geboten.
Wir gehen über den Platz geradeaus weiter und biegen die Nächste links ab.
Auf unserer rechten Seite können wir einen Stuckaturarbeiter sehen. Nehmen sie sich Zeit um ihm bei seiner Arbeit zuzusehen. Es ist bewundernswert, mit welcher Präzision er den Gips bearbeitet.
Weiter vorne erreichen wir erneut einen kleinen Platz. An seinem Ausgang sehen wir rechterhand: „Souk Chaaria“ angeschrieben. Am Ende dieser Gasse können wir grüne Dachziegel und eine marokkanische Flagge ausmachen.
Von diesem Gebäude aus biegen wir links ein, um kurz darauf die Almoraviden-Kubba zu entdecken. Zur rechten Seite befindet sich das Museum von Marrakech.
Am Museumseingang können wir die Eintrittskarte kaufen. Sie ist für alle drei Museen gültig: für „le musée de Marrakech“, die“ Qubba“ und die „Medersa Ben Youssef“.
Das Museum von Marrakech wurde im ehemaligen Palast „Mnebhi“ eingerichtet, einem typisch marokkanischen Stadthaus, welches am Ende des 19. Jahrhunderts vom Verteidigungsminister des Sultan Moulay Abdelaziz erbaut wurde.
1956 wurde der Palast Staatseigentum, und gleichzeitig auch die erste Mädchenschule Marrakech’s .
Im Jahre 1997 restaurierte Omar Benjelloun, ein marokkanischer Grossindustrieller der Automobilbranche, die drei Gebäude, die wir besichtigen werden.
Im Museum finden regelmäβig Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt.
Wir erreichen im Zentrum des Museums den Innenhof, wo eine mächtige Hängelampe die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wir gehen in den ersten Raum links. Hier sind marokkanische Stickereien ausstellt. Das ist eine typische Frauenarbeit.
Schon sehr jung werden die Frauen in die Technik der Stickerei eingeführt. Die benutzten Farben waren rein pflanzlicher Natur.
Gehen wir weiter in den zweiten Raum, der dem Schmuck gewidmet ist. Diese Sammlung besteht hauptsächlich aus Fatimahänden. Diese Anhänger dienen als Schmuck aber auch als Schutz gegen böse Blicke.
In Marokko haben Schmuckstücke eine ethnische und kulturelle Bedeutung.
Diese Accessoires sind in der Geschichte des Landes und in den marokkanischen Bräuchen unerlässlich. Sie finden ihren Ursprung in der Antike und sind hauptsächlich aus edlen Materialien.
Die Zusammensetzung traditioneller Schmuckstücke wiederholt sich bei allen Frauen:
Ein Stirnschmuck, Ohrringe, viele Halsketten, Anhänger für die Zöpfe, einige Kleiderspangen, Arm- und Fussreife sowie Fingerringe.
Am Ende des Innenhofes befindet sich linkerhand das traditionelle Hammam. Das Hammam ist Erbe antiker Thermen, die in vorislamischen Städten wie Volubilis und Lixus entdeckt wurden.
Der arabische Ursprung des Wortes Hammam weist auf Hitze hin.
Man kann erkennen dass der Raum zu einem Ausstellungsraum für Malkunst verwandelt wurde.
Mit Beginn des Islams entwickelte sich das Hammam zu einer religiösen Waschstätte für das Gebet.
Im Eingangsbereich des Hammams befindet sich ein Brunnen, welcher zur Erfrischung dient. Wir befinden uns im Empfangsraum „La Guelsa“, ein Erholungs- und Umziehraum.
Im hinteren Teil des Raumes ist ein Loch in der Decke zu sehen. Es dient als Lüftung und Lichtquelle.
Beim Eingang links können wir „Bet El bared“(den kalten Raum) betreten und dann „Bet El wastani“(den lauwarme Raum) und schlieβlich „Bet Skhoumn(der heiβen Raum), dort sprudelt das heisse Brunnenwasser, das durch einen hinteren Ofen erhitzt wurde. Daher ist der Raum mit schwarzem Rus versehen.
Wir verlassen das Hammam auf der anderen Seite, um in den nächsten Saal zu gelangen, der mit Keramikgeschirr aus Fes bestückt ist.
Die marokkanische Töpferei widerspiegelt die groβen Ereignisse in der Geschichte des Landes. Die Dualität der Berbertradition auf der einen Seite und der spanisch-maurische Einfluss auf der anderen Seite, widerspiegeln sich in den angewandten Herstellungstechniken.
In der glasierten Keramik gibt es zwei unterschiedliche Varianten:
Einerseits die einfarbige Keramik mit einer weiβ glänzenden Glasierung, die auf die Zumischung von Zinn zurückzuführen ist. Sie ist ausserdem durch ein blaues Dekor charakterisiert, welches meist geometrische und blumenartige Verzierungen aufweist.
Andererseits die zweifarbige Keramik. Sie schillert mit ihren Farben und Themen aus Geometrie, Flora und Architektur. Verschiedene Einflüsse lassen sich bei dieser Keramikart feststellen.
Die glasierte Keramikherstellung der städtischen Töpferei entstand im Jahre 814 n.Chr.. In dieser Epoche empfängt Idriss der II in seiner neuen Hauptstadt Fes tausende von Auswanderer aus dem spanischen Cordoba. Unter ihnen befanden sich erfahrene Spezialisten für die glasierte Keramik.
Sie sehen auch Ausstellungsexemplare alter marokkanischer Teekannen, deren Herstellung und Nutzung ebenfalls auf alten Traditionen des Landes beruhen.
Wir enden unsere Besichtigung mit dem letzten Raum; dem Waffenraum. Er ist mit Dolchen und gravierten Schwertern ausgestattet. Einige sind sogar mit Motiven aus Elfenbein verziert.
Wir verlassen das Museums und gehen über den Platz. Auf der linken Seite ist die Almoraviden-Qobba zu sehen.
Die Almoraviden- Kubba wurde im 11. Jahrhundert errichtet und ist das einzige religiöse Bauwerk aus der Almoraviden-Dynastie.
Die Kubba wurde unter einem verschütteten Nebengebäude der Ben Youssef-Moschee 1948 entdeckt und im Jahre 1952 ausgegraben.
Mit der Eroberung der Stadt durch die Almohaden, wurden sämtliche Architekturwerke ihrer Vorgänger zerstört.
Dieses Gebäude war Teil eines Architekturkomplexes der Moschee vom Emir Ali Ibn Youssef, aber wurde auch während der Eroberung 11(hundert)30 durch die Almohaden zerstört.
Die Grundsteine der Kuppel sind mit einer kufischen, eingemeisselten Schrift verziert. Die wenigen Wörter die noch entziffert werden können weisen auf den Gründer Sultan Ali Ibn Youssef hin. Somit kann die Herkunft aus der Almohadenzeit bestätigt werden.
Die Kubba, aus dem Arabischen stammend, ein Kubus, bezeichnet einen Raum der mit einer Kuppel gedeckt ist.
Man bemerkt, dass das Gebäude einige Meter unter dem aktuellen Niveau der Stadt liegt. Dieses sollte zur rituellen Waschung für eine alte Moschee dienen, die sich in unmittelbarer Nähe befand.
Betrachten wir die Kuppel etwas näher. Die Architekten haben zur Stütze der Kuppel Backsteine verwendet.
Das Innere der Kubba macht einen schlichten Eindruck, was auf die Mischung unterschiedlicher Dekorationen zurückzuführen ist. Die Kuppel ist reichlich mit Blumenmotiven, Tannzapfen, Palmbäume und Kalligraphien verziert. Die antiken Inschriften, die Rahmen und Kanten der Kubba säumen, gehören zu den ältesten kursiven maghrebinischen Epigraphen. Das ist die Blockschrift Nordafrika‘s.
Gehen wir nun zurück vor das Museum von Marrakech und biegen diesmal links in die Gasse ein.
Einige Meter weiter, unter einem Vordach befindet sich der Eingang zur Medersa Ben Youssef, auch bekannt als die alte Koranschule Marrakech‘s.
Der Eingangsbereich ist von einer Kuppel bedeckt und mit dekorierten Gips- Stalaktiten ausgeschmückt.
Das Eingangstor aus Zedernholz ist mit vergoldeten Kupferplatten und gemeisselten Dekorationen versehen.
Die Medersa ist jeden Tag von 9- 16 Uhr30 geöffnet.
Diese Pracht der arabo-andalousischen Architektur stammt aus dem Jahre 1570 und wurde durch den Sultan Abdullah Alghaleb aus der Saadier-Dynastie errichtet. Die Medersa wurde 1950 restauriert.
Der Name Ben Youssef stammt vom Almoraviden-Sultan Ali Ben Youssef.
Die Medersa war über 4 Jahrhunderte eine Lehrstätte für Theologiestudenten. Die Koranschule wurde nach einem viereckigen Architekturplan auf einer Fläche von 1680 Quadratmetern aufgebaut. In ihrem Zentrum befindet sich ein weisser Marmorbrunnen aus italienischem Carrare.
Die Eingangstüre ist mit vergoldeter Bronze versehen und öffnet sich in einen mit Kacheln bedeckten, erhöhten Flur aus Stuckaturen und geschnitztem Zedernholz.
Im Vorraum angekommen sieht man an der bemalten Decke aus Zederholz eine Reihe von viereckigen Formen. Darin sind sternförmige Blumen zu sehen.
Bei vielen Bauwerken Marrakech‘s können wir den dekorativen 8eckigen Stern sehen.
Nun begeben wir uns in den erhöhten, viereckigen Innenhof mit dem zentralen Marmorbrunnen.
Dieser Innenhof spielte eine wichtige Rolle:
Tagsüber diente er als Waschplatz und nachts als astronomischer Spiegel zur Beobachtung der Sternbewegungen.
Wir gehen durch eine groβe Vorhalle zum gegenüberliegenden Gebetsraum, der an beiden Seiten von zwei Säulengängen flankiert wird.
Achten sie sich auf die Auswahl der Baumaterialien. Der Fuβboden ist aus Weiβmarmor und der Brunnen grün- blau gekachelt.
Der glatte Gips an den Säulen zieht den Blick nach oben bis zu den Stuckaturen, die den Übergang zu den Zedernholzverzierungen ausmacht.
Zurück in der Vorhalle, gehen wir in den ersten Stock, um die Studentenzimmer zu besichtigen.
Die kleinen Räume haben verschieden grosse Grundrisse. Je nach Studienniveau und Leistung, wurden unterschiedliche Zimmer verteilt.
Die Medersa zählt insgesamt 132 Zimmer die von Studenten, ausserhalb von Marrakech bewohnt wurden. Hier konnten bis zu 900 Studenten beherbergt werden. Man kann sich den Andrang an Studientagen gut vorstellen.
Treffen wir uns für die Weiterführung der Besichtigung nun wieder draussen.
Am Ausgang gehen wir rechts, dann die erste Gasse links und sehen die Beschilderung: „la direction du musée de l’art de vivre“ – zur Verwaltung des Museums „Kunst des Lebens“. Wir gehen hinein, danach rechts und am Ende der Gasse wieder rechts. Linkerhand sehen wir eine schöne Zederschnitzerei und darunter den bekannten Brunnen „Chrob ou Chouf“. Es handelt sich um den ersten Brunnen, der in Marokko überhaupt gebaut wurde.
Wir nehmen die nächste Gasse links und gehen bis zum Schild vom Museum „Kunst des Lebens“- musée de l’art de vivre.
Wir gehen zur Besichtigung hinein!
Der erste Raum links ist dem Parfüm und diversen Essenzen gewidmet: Arganienöl, Rosenwasser, Weihrauch, und Safran. Eine wunderschöne Parfümwerkstatt ist weiter hinten zu sehen.
Im zweiten Raum sind gestickte Babouches und Seidengürtel zu sehen, die sogenannten Hzam, werden von jüdischen Frauen zu besonderen Anlässen getragen, auch die Fakrounes (Gürtelschnallen) und die Mdamas (Gürtel für marokkanische Frauen) sind zu bestaunen.
Im ersten Stock links sind die Kassoua Lakbira, die gestickten Seidenkleider und die Kaftans ausgestellt.
Im zweiten Raum erwartet sie eine Überraschung.
Dieser Raum ist dem Dakka gewidmet, einem musikalischen Ausdruck anlässlich der Achoura, dem Musikfest in Marokko.
Hier befinden sich Musikinstrumente wie die Krakechs. Das sind die klappernden Kastagnette, die von der zweitwichtigsten Person in der Musikgruppe gespielt werden.
Die Taarijats sind die Trommeln aus Ton und bedecktem Ziegenfell.
Und nun zur Überraschung, dem Harma, diesem Monster am Ende des Raumes.
Der Harma ist eine Theaterfigur, welche auf der Straβe während der Achoura gespielt wird.
Er bringt die Kinder zum Lachen, und erzählt Witze über Persönlichkeiten oder Gesellschaftsphänomene. Ähnlich wie bei uns am Karneval.
Die verkleidete Person trägt ein Tierfell mit einer Maske, eine Schneckenhalskette, Hörner auf dem Kopf und einen Bart aus Schafsfell.
Im dritten Raum befindet sich eine Stickereiwerkstatt. Und der vierte Ausstellungsraum stellt einen typisch marokkanischen Salon und ein traditionelles Hammam dar.
Auf der Terrasse wird Ihnen ein Pfefferminztee serviert. Dabei können Sie den schönen Ausblick auf die Moschee Ben Youssef genieβen, bevor Sie sich wieder zum Ausgang begeben.
Wir kehren zum Brunnen „Chrob ou Chouf“ zurück. Danach biegen wir links ab und folgen der Beschilderung: „la direction de la maison de la photografie“ - das Haus für Photographie. Danach geht’s nochmals links und so kommen wir in die Gasse mit den vielen Foundouks. Das sind ehemalige Hotels für Wüstenkarawanen. Hier können wir mit den Foundouks Ziyat, Selhamou oder dem Foundouk Ouarzazi die alte Karawanentradition Marokko’s besichtigen.
Die Foundouks waren Treffpunkt des Tauschhandels. Die Reisenden konnten hier übernachten und gleichzeitig ihre Ware zum Verkauf anbieten. Die Lasttiere – meist Dromedare - ruhten im Untergeschoss während die umliegenden Räume als Verkaufsfläche dienten.
Im Obergeschoss befanden sich die Schlafräume.
Am Abend wurde das Tor am Eingang verschlossen, um den Ort vor Diebstahl zu schützen.
Da die Foundouks heute in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr gebraucht werden, wurden die Meisten in Werkstätten umfunktioniert.
Wir setzen unseren Weg geradeaus fort und biegen an der Kreuzung links ab bis wir linkerhand das „Maison de la photografie“ – das Haus der Photographie erreichen.
Das Museum hat täglich von 9:30 bis 19:00 Uhr geöffnet.
Das Eintrittsgeld beträgt 40 DHs / Der Eintritt ist für Kinder unter 16 Jahren frei.
„La Maison de la Photographie“ ist eine Privatsammlung und wurde 2009 eröffnet. Die Foto-Kollektion wurde vom Franzosen Patrick Mainach und dem Marokkaner Hannel Meyani zusammengestellt. Sie wünschen sich mit der Ausstellung eine Verbindung zwischen den Ländern des Mittelmeers.
Die Kollektion besteht aus über 5000 originalen Photographien.
Im Innenhof hängt das beeindruckende Porträt eines jungen Sklaven aus dem Jahre 1870.

Im Laufe der Besichtigung kann man diese wunderschönen Originalporträts betrachten, auch diejenigen von Nicolas Muller aus dem Jahre 1940. In einem der Ausstellungsräume wird ein Film gezeigt. „Die Berber im Hochatlas“ ist ein Dokumentarfilm und wurde im Jahre 1957 von Daniel Chicault gedreht.
Um die Besichtigung abzuschliessen begeben wir uns auf die Terrasse, die einen tollen Ausblick sowohl auf die Stadt Marrakech als auch auf den schneebedeckten Atlas bietet.
Am Ausgang gehen wir über den Platz und am Ende biegen wir zuerst rechts und sofort wieder links in eine Gasse ein, um in das Quartier der Leder-Gerber zu gelangen.
Am speziellen Geruch erkennen wir, dass wir uns der Lederverarbeitungswerkstätten nähern.
Marrakech ist einer der gröβten Nationalmärkte für Leder und Gerbprodukte. Jährlich werden hier über eine Million Lederstücke bearbeitet.
Hier kann man alles finden, was zur Lederbearbeitung gebraucht wird.
Einmal in der Woche findet am Markteingang der traditionelle Verkauf von Taubenmist und gemahlenen Eierschale statt.
Am Eingang befinden sich hauptsächlich rohe Felle.
Die Bearbeitung der Felle erfolgt üblicherweise in sechs Etappen:
Zuerst tränkt man die Felle in Fluβwasser, um sie weich zu machen und die spätere Bearbeitung zu erleichtern.
Dann werden die Haare entfernt, indem die Felle für 20 Tage in Kalkbäder getränkt werden.
Danach werden sie in einer Gerblösung aus Mimose getränkt.
Anschlieβend werden sie geölt und gefärbt.
Nun ist unsere Besichtigung der Gerbereien zu Ende und wir kehren zum Platz Jamaa El Fna zurückkehren, wo wir voneinander Abschied nehmen werden.
Wir nehmen denselben Weg zurück. Über den Platz und am Haus der Photographie vorbei, geradeaus weiter bis zum Restaurant „Foundouk“, wo wir die erste Gasse links abbiegen.
Wir setzen unser Weg einige Meter fort, bis wir zu einer Kreuzung kommen.
Hier biegen wir rechts in die Hauptgasse ein und gehen am Ende der Gasse links, um auf den kleinen Marktplatz zu gelangen, den wir bereits besichtigt haben.
An den Fischgeschäften vorbei gehen wir weiter bis zum „place des epices“, dem Gewürzplatz. Nehmen sie hier die linke Gasse und gehen alles geradeaus bis zu einer Kreuzung. Dort gehen wir rechts, dann geradeaus weiter, bis wir zum Jamaa El Fna gelangen.
Hier endet unsere Besichtigung der Nord-Medina. Hoffentlich hat Ihnen die Führung gut gefallen.
Sie können mit dem Audioguide weitere Quartiere um den Platz Jamaa El Fna entdecken.
Die südliche Altstatt mit dem Judenviertel „Mellah“, den Handwerkern und dem Schloss „Bahia“
Die Süd-Medina mit dem Stadtteil „Kasbah“, dem Schloss „Badi“ und den Saadier-Gräber.

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